
Wann ist eine Paartherapie nicht sinnvoll?
Das ist eine Frage, die ich sehr ernst nehme – und der ich gerne offen begegne, denn Ehrlichkeit gehört für mich zu einer guten Beratung dazu.
Paartherapie ist dann wenig hilfreich, wenn einer der Partner eigentlich gar nicht kommen möchte und sich nur unter Druck dabei befindet. Echte gemeinsame Arbeit braucht die freie Entscheidung beider Menschen. Wenn jemand nur mitkommt, um dem anderen einen Gefallen zu tun oder um Vorwürfe zu vermeiden, ist die Basis für eine tiefere Auseinandersetzung meist noch nicht da. Das lässt sich manchmal in einem ersten Gespräch klären – und manchmal hilft es dann trotzdem, gemeinsam anzufangen.
Auch bei akuter häuslicher Gewalt in der Beziehung ist gemeinsame Paartherapie zunächst nicht der richtige Schritt. In solchen Situationen empfehle ich zunächst getrennte Einzelberatung oder spezialisierte Beratungsstellen, die gezielt für diese Fälle ausgebildet sind.
Wenn einer oder beide Partner gerade mitten in einer akuten psychischen Krise sind – zum Beispiel einer schweren Depression, einer Suchterkrankung oder einer anderen intensiven Belastung –, sollte zunächst eine individuelle Unterstützung im Vordergrund stehen. Das bedeutet nicht, dass Paartherapie dann für immer ausscheidet, sondern manchmal braucht es einfach zuerst einen anderen Schritt.
Wenn Sie unsicher sind, ob Paartherapie das Richtige für Sie ist, sprechen Sie mich gerne an. In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam, was Ihre Situation braucht und was sinnvoll sein könnte.